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Sportabzeichen in der Grundschule: Disziplinen, Altersgruppen und Ablauf für Klasse 1 bis 4

In der Grundschule ist das Sportabzeichen oft das erste Abzeichen, das Kinder selbst erarbeiten, und fast jedes Kind kann es schaffen. Damit die Abnahme mit 25 Erst- oder Viertklässlern nicht im Chaos endet, hilft ein Plan: welche Disziplinen es gibt, welche Altersgruppe gilt und wie du das Ganze über das Schuljahr verteilst.

1. Die Leistungsübersicht Grundschule

Der DOSB gibt für die Grundschule eine eigene Leistungsübersicht für die 1. bis 4. Klasse heraus. Sie ist ein Auszug aus dem Leistungskatalog für Kinder und Jugendliche: dieselben Anforderungen, aber nur die Disziplinen, die sich mit einer Grundschulklasse gut abnehmen lassen. Wie beim großen Sportabzeichen braucht jedes Kind eine Leistung in jeder der vier Gruppen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination, dazu den Schwimmnachweis.

Jede Leistung zählt als Bronze (1 Punkt), Silber (2) oder Gold (3). Aus der Summe der vier Gruppen ergibt sich das Abzeichen: 4 bis 7 Punkte Bronze, 8 bis 10 Silber, 11 oder 12 Gold.

2. Die sechs Disziplinen

  • Ausdauer: 800-m-Lauf oder Dauer-/Geländelauf. Beim 800-m-Lauf zählt die Zeit, beim Dauerlauf wie lange ein Kind durchläuft. Der Dauerlauf ist für viele Erstklässler der leichtere Einstieg, weil er kein Tempo vorgibt.
  • Kraft: Werfen. In der Grundschule mit dem Schlagball (80 g), gemessen wird die Weite.
  • Schnelligkeit: Laufen. Bis 9 Jahre über 30 m, ab 10 Jahren über 50 m.
  • Koordination: Zonenweitsprung, Weitsprung oder Seilspringen. Bis 9 Jahre springen die Kinder den Zonenweitsprung: Die Sprunggrube ist in Zonen eingeteilt, jede Zone bringt Punkte, die besten Versuche werden zusammengezählt. Ab 10 Jahren gilt der normale Weitsprung in Metern. Beim Seilspringen zählt die Zahl der Sprünge ohne Fehler; die Jüngeren dürfen den Grundsprung vorwärts mit oder ohne Zwischensprung oder den Galoppsprung wählen, ab 10 Jahren ohne Zwischensprung.

Die genauen Werte für Bronze, Silber und Gold stehen in der Leistungsübersicht des DOSB und im Prüfungswegweiser. Dort sind auch die Zonen des Zonenweitsprungs beschrieben.

3. Zwei Altersgruppen in einer Klasse

Die Anforderungen gelten für Altersgruppen von je zwei Jahren (6–7, 8–9, 10–11) und für Mädchen und Jungen getrennt. Maßgeblich ist das Alter, das das Kind im Kalenderjahr der Prüfung erreicht, nicht der Geburtstag am Prüfungstag.

In der Praxis heißt das: In fast jeder Klasse gibt es zwei Altersgruppen. In Klasse 1 sind das die 6- und 7-Jährigen, die noch dieselben Werte haben. Spannend wird es in Klasse 3 und 4: Wer in diesem Jahr 10 wird, gehört schon zur Gruppe 10–11. Für dieses Kind gelten andere Werte, es läuft 50 statt 30 m und springt Weitsprung statt Zonenweitsprung. Kläre die Altersgruppe deshalb vor der Abnahme und baue beide Varianten auf, sonst misst du am Ende die falsche Strecke.

4. Der Schwimmnachweis

Ohne Schwimmnachweis gibt es kein Abzeichen. Kinder unter 12 Jahren können ihn mit 50 m Schwimmen ohne Zeitlimit erbringen oder mit einer Schwimmdisziplin aus der Gruppe Ausdauer oder Schnelligkeit. Gerade in der Grundschule ist das oft der Engpass: Wenn deine Schule in Klasse 3 oder 4 Schwimmunterricht hat, plane den Nachweis dort ein und halte fest, wer ihn schon hat.

5. Stationen statt Einzelprüfung

Mit einer ganzen Klasse klappt die Abnahme am besten im Stationsbetrieb, mit einer Helferin oder einem Helfer pro Station, etwa Eltern, Kolleginnen oder ältere Schülerinnen und Schüler.

  • Seilspringen geht das ganze Jahr in der Halle und eignet sich als Station, an der die Kinder auch üben, während andere gemessen werden.
  • Laufen, Werfen und Springen passen in die Leichtathletik im Frühjahr und Sommer, gut kombinierbar mit den Bundesjugendspielen.
  • 800 m und Dauerlauf am besten zum Schluss einer Stunde, wenn alle anderen Stationen erledigt sind.

Verteilt über mehrere Termine bekommt jedes Kind mehrere Versuche, und am Ende fehlt meist nur noch eine Gruppe. Wer prüfen darf und wie die Urkunden bestellt werden, regelt der DOSB, Auskunft gibt dein Kreis- oder Stadtsportbund.

6. Damit jedes Kind etwas erreicht

Das Schöne am Sportabzeichen in der Grundschule: Es misst nicht nur die Schnellsten. Ein Kind, das nicht schnell läuft, kann beim Dauerlauf oder Seilspringen punkten. Zeige den Kindern früh, welche Disziplinen es gibt, und lass sie in jeder Gruppe die Disziplin wählen, die ihnen liegt. Wer sieht, dass nur noch eine Gruppe fehlt, ist meist hoch motiviert.

Kurz zusammengefasst

  1. Sechs Disziplinen in vier Gruppen: 800 m oder Dauerlauf, Werfen, Laufen, Zonenweitsprung/Weitsprung oder Seilspringen.
  2. Bronze 1, Silber 2, Gold 3 Punkte; ab 8 Punkten Silber, ab 11 Gold.
  3. Das Alter im Kalenderjahr entscheidet; ab 10 Jahren 50 m und Weitsprung statt 30 m und Zonenweitsprung.
  4. Unter 12 Jahren reichen 50 m Schwimmen ohne Zeitlimit als Schwimmnachweis.
  5. Stationen aufbauen, über das Schuljahr verteilen und den Stand pro Kind festhalten.

Allgemeines zur Abnahme mit älteren Klassen steht im Artikel Sportabzeichen in der Schule. Zum Nachrechnen gibt es den kostenlosen Sportabzeichen-Rechner und für die Abnahme die Prüfliste als Excel-Vorlage.

Das Sportabzeichen für die Grundschule in Sportnote

Sportnote hat einen eigenen Test „Deutsches Sportabzeichen (Grundschule)“ mit genau diesen Disziplinen. Die App wählt für jedes Kind die richtige Altersgruppe aus dem Geburtsjahr, zeigt Bronze, Silber oder Gold pro Gruppe, den Schwimmnachweis und das Abzeichen. Was noch fehlt, siehst du auf einen Blick, über alle Termine des Schuljahrs.

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