Tanz im Sportunterricht bewerten: Gruppenchoreografie fair benoten
Eine Choreografie in der Gruppe ist für viele Klassen ein Höhepunkt. Bei der Note wird es schwierig: Wie bewertest du etwas, das alle zusammen gestaltet haben, aber jede Person anders tanzt? Ein Bewertungsbogen mit klaren Kriterien macht die Note nachvollziehbar.
1. Gestaltung und Ausführung trennen
Der wichtigste Schritt: Teile die Bewertung in zwei Bereiche.
- Gestaltung ist das, was die Gruppe gemeinsam erfindet: Aufstellungen und Wege im Raum, Richtungen, Körperformen, Rhythmuswechsel. Diese Punkte bekommen alle Mitglieder gleich.
- Ausführung ist das, was jede Person zeigt: Wird die Choreografie richtig getanzt, im Takt der Musik, mit Körperspannung bei Sprüngen, Drehungen und Balance? Diese Punkte vergibst du einzeln.
So bekommt niemand eine gute Note nur, weil die Gruppe stark ist, und niemand wird von einer schwachen Gruppe heruntergezogen.
2. Kriterien vorher festlegen und bekannt geben
Beschreibe jedes Kriterium so, dass die Klasse es versteht, und gib ihm eine feste Punktzahl, zum Beispiel 0 bis 5. Ein Beispiel für eine Choreografie von etwa anderthalb Minuten in Gruppen von vier bis sechs:
- Gestaltung (für die Gruppe): mehrere unterschiedliche Aufstellungen im Raum, wechselnde Raumrichtungen, originelle und vielfältige Körperformen, Rhythmuswechsel statt gleichförmigem Takt, tänzerisch gestaltete Raumwege, Grundformen wie Laufen, Federn und Springen.
- Ausführung (für jede Person): die Choreografie richtig getanzt, Bewegungen im Takt, ein Balanceelement, Sprünge, eine Drehung und Federn, jeweils mit Präzision und Körperspannung.
Gib den Bogen am Anfang der Unterrichtsreihe aus. Wer weiß, worauf es ankommt, kann gezielt daran arbeiten, und die Note überrascht am Ende niemanden.
3. Punkte in eine Note umrechnen
Am Ende zählst du die Punkte aus beiden Bereichen zusammen und rechnest den Anteil am Maximum in eine Note um. Ein verbreiteter Schlüssel ist der aus der Abiturprüfung: ab 95 % gibt es 15 Punkte (1+), ab 80 % 12 Punkte (2+), ab 50 % 6 Punkte (4+) und unter 20 % 0 Punkte. Welcher Schlüssel gilt, legt meist die Fachkonferenz fest.
Beispiel: Die Gruppe bekommt für die Gestaltung 25 von 30 Punkten, eine Schülerin für ihre Ausführung 27 von 30. Zusammen sind das 52 von 60, also 86 %. Das ergibt 13 Punkte oder eine 1-.
4. Organisation am Prüfungstag
- Zweimal tanzen lassen: Beim ersten Durchgang schaust du auf die Gestaltung, beim zweiten auf die einzelnen Personen.
- Aufnehmen: Ein Video hilft, wenn du dir bei einer Person unsicher bist. Kläre vorher, ob die Aufnahme erlaubt ist, und lösche sie nach der Bewertung.
- Gruppen notieren: Halte vor dem Auftritt fest, wer in welcher Gruppe tanzt. Fällt jemand aus, weißt du sofort, welche Punkte betroffen sind.
- Kurzes Feedback: Ein Satz pro Gruppe direkt nach dem Auftritt nimmt viel Druck heraus. Die Note muss nicht sofort fallen.
5. Was oft schiefgeht
- Nur eine Gruppennote: Sie ist schnell vergeben, aber für einzelne oft unfair. Trenne immer Gruppe und Person.
- Zu viele Kriterien: Mehr als sechs pro Bereich kannst du während eines Auftritts kaum beobachten.
- Unklare Begriffe: „Ausdruck“ allein ist schwer zu bewerten. Beschreibe, woran du ihn erkennst.
Kurz zusammengefasst
- Gestaltung für die Gruppe, Ausführung für jede Person getrennt bewerten.
- Kriterien mit festen Punkten vorher bekannt geben.
- Punkte zusammenzählen und mit einem festen Schlüssel in eine Note umrechnen.
- Zweimal tanzen lassen und die Gruppen vorher notieren.
Tanz bewerten in Sportnote
In Sportnote gibt es den Bewertungsbogen „Tanz: Gruppenchoreografie“. Du teilst die Klasse in Gruppen ein, vergibst die Gestaltungspunkte einmal pro Gruppe und die Ausführung für jede Person. Punkte, Note und Gruppe stehen sofort in der Notenübersicht. Die Kriterien kannst du an deinen Unterricht anpassen.
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