Mitarbeitsnote im Sport: Kriterien, Bewertungsbogen und faire Bewertung
Die Mitarbeit zählt in Sport oft ein Drittel der Note, und trotzdem entsteht sie häufig aus dem Bauchgefühl der letzten Wochen. Mit festen Kriterien und regelmäßigen Beobachtungen wird sie fair und lässt sich im Elterngespräch begründen.
1. Was zur Mitarbeit gehört
Je nach Bundesland und Schule heißt dieser Teil der Note Mitarbeit, sonstige Leistungen oder Lern- und Leistungsbereitschaft. Wie stark er zählt, legt meist die Fachkonferenz fest, häufig sind es um die 30 %. Gemeint ist alles, was über die messbare Leistung in Tests hinausgeht: wie sich ein Kind einbringt, wie es mit anderen umgeht und was es dazulernt.
Wichtig ist, dass die Mitarbeit nicht zur zweiten Leistungsnote wird. Ein Kind, das langsam läuft, sich aber jede Stunde anstrengt und anderen hilft, kann in der Mitarbeit eine sehr gute Note bekommen.
2. Fünf Kriterien und woran du sie erkennst
- Fortschritt: Das Kind hat sich über die Zeit spürbar verbessert, zum Beispiel in einer Technik, die es am Anfang der Reihe noch nicht konnte. Gemessen wird am eigenen Ausgangspunkt, nicht an der Klasse.
- Einsatz: Hat es seine Sportsachen dabei, strengt es sich an, gibt es bei schwierigen Aufgaben nicht sofort auf? Übt es auch dann weiter, wenn du gerade woanders hinschaust?
- Fairplay: Hält es sich an Regeln, akzeptiert es Entscheidungen, bleibt es fair, wenn das Team verliert?
- Teamplay: Arbeitet es gut mit anderen zusammen, hilft es beim Auf- und Abbau, unterstützt es schwächere Mitschülerinnen und Mitschüler?
- Sport-Wissen: Interessiert es sich für Sport, kennt es Regeln, Technik und Taktik, kann es Bewegungen beschreiben oder anderen Tipps geben?
Fünf Kriterien sind genug, um ein rundes Bild zu bekommen, und wenig genug, um sie für 28 Kinder wirklich zu bewerten. Wenn deine Fachkonferenz eigene Kriterien festgelegt hat, gelten natürlich diese.
3. Eine Skala von −− bis ++
Für jedes Kriterium reicht eine einfache Skala: −−, −, 0, + und ++. Sie ist schneller vergeben als eine Note und zwingt nicht zu Scheingenauigkeit. Daraus wird eine Note, wenn ++ wie eine 1 zählt, + wie eine 2, 0 wie eine 3, − wie eine 4 und −− wie eine 5.
Ein Beispiel: Fortschritt +, Einsatz ++, Fairplay 0, Teamplay +, Sport-Wissen 0. Das sind die Noten 2, 1, 3, 2 und 3, im Schnitt 2,2. Die Mitarbeitsnote ist damit eine 2-. Die Rechnung ist ein Vorschlag: Wenn du ein Kind anders einschätzt, entscheidest du pädagogisch und schreibst dir kurz auf, warum.
4. Regelmäßig beobachten statt am Ende schätzen
Die größte Fehlerquelle ist das Gedächtnis. Was in den letzten zwei Wochen passiert ist, überstrahlt den Rest des Halbjahrs. Besser:
- Kurz notieren, was auffällt: vergessene Sportsachen, Hilfe beim Aufbau, ein unfaires Foul. Ein Strich auf der Klassenliste reicht.
- Ein paar Kinder pro Stunde bewerten: Wer pro Stunde vier oder fünf Kinder bewusst beobachtet, hat nach wenigen Wochen alle gesehen.
- Mehr als einmal im Halbjahr bewerten: Eine Zwischeneinschätzung zur Mitte des Halbjahrs zeigt dir und den Kindern, wo sie stehen.
Wie du die Halbjahresnote insgesamt planst, steht im Artikel Halbjahresnoten in Sport.
5. Transparent machen
Stell die Kriterien am Anfang des Halbjahrs vor, am besten mit Beispielen. Kinder, die wissen, worauf es ankommt, strengen sich gezielter an. Eine gute Ergänzung ist eine Selbsteinschätzung: Die Kinder bewerten sich selbst nach denselben fünf Kriterien, und du vergleichst sie mit deiner Einschätzung. Gerade die Unterschiede sind ein guter Einstieg ins Gespräch.
6. Typische Fehler
- Mitarbeit als Strafe: Wer einmal die Sportsachen vergisst, hat nicht automatisch eine schlechte Mitarbeit. Entscheidend ist das Bild über das ganze Halbjahr.
- Talent mit Mitarbeit verwechseln: Sportliche Kinder bekommen leicht eine bessere Mitarbeitsnote, obwohl sie sich weniger anstrengen. Fortschritt und Einsatz gleichen das aus.
- Verletzte Kinder vergessen: Wer nicht mitturnen kann, kann trotzdem mitarbeiten: als Schiedsrichter, beim Aufbau, beim Beobachten und Rückmelden.
- Keine Notizen: Ohne Aufzeichnungen ist eine Mitarbeitsnote im Elterngespräch kaum zu begründen.
Kurz zusammengefasst
- Die Mitarbeit bewertet Einsatz, Verhalten und Lernfortschritt, nicht die sportliche Leistung.
- Fünf Kriterien: Fortschritt, Einsatz, Fairplay, Teamplay und Sport-Wissen.
- Eine Skala von −− bis ++ pro Kriterium, ++ zählt wie eine 1 und −− wie eine 5.
- Regelmäßig beobachten und notieren statt am Ende schätzen.
- Kriterien vorab erklären, gern mit einer Selbsteinschätzung der Kinder.
Zum Ausdrucken oder Ausfüllen gibt es den kostenlosen Bewertungsbogen Mitarbeit als Excel-Vorlage. Wie die Mitarbeit mit den Praxisnoten zur Sportnote wird, rechnet der Sportnoten-Rechner.
Mitarbeit bewerten in Sportnote
In Sportnote bewertest du jedes Kind mit einem Tipp pro Kriterium. Die Mitarbeitsnote rechnet sich, deine Beobachtungen aus dem Halbjahr stehen daneben, und die Note fließt mit der Gewichtung deiner Klasse in die Endnote. So funktioniert es.
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